Politische Positionen

Effizientere Gebäude und bessere Lebensräume

Die Energiewende ist ein Generationenprojekt. Nur mit einer zielgerichteten Politik und der Konzentration auf wirkungsvolle Maßnahmen kann sie gelingen. Rund 40 Prozent der gesamten produzierten Energie wird im Gebäudesektor verbraucht. Die Energiewende wird deshalb nur mit energieeffizienten Gebäuden erfolgreich sein. Die Gebäudehülle spielt dabei die wichtigste Rolle. Gleichzeitig ändert die Energiewende die Art und Weise, wie wir wohnen, arbeiten, leben – das gilt insbesondere in den Städten. Die Gebäudehülle kann hier wesentlich dazu beitragen, dass diese Veränderungen zu einer echten Verbesserung der Lebensqualität führen. Um effizientere Gebäude und bessere Lebensräume zu gestalten, schlagen wir deshalb vor:

Energieministerium schaffen

Deutschland braucht ein Energieministerium. Heute sind die Kompetenzen für effiziente Energienutzung und nachhaltige Energieversorgung auf mindestens sieben Ministerien und die Länder verteilt. Wichtige Entscheidungen werden deshalb verzögert oder fallen gar nicht. Eine Bündelung von Kompetenzen in einem einzigen Ministerium würde die Energiewende voranbringen, auch weil sie politische Verantwortung klarer definiert.

Sanierungsquote steigern

Das größte Einspar-Potential im Gebäudebereich liegt in der Sanierung von bestehenden Gebäuden. 
Hier lässt sich mit vergleichsweise geringem Aufwand viel Energie einsparen und damit der Ausstoß von Treibhausgasen vermindern.

Nach wie vor ist die Förderung von Energieeffizienzmaßnahmen im Gebäudesektor jedoch ein Flickenteppich. Eine Folge davon ist, dass die Sanierungsquote pro Jahr seit Jahren bei lediglich ca. 1 Prozent liegt. Wir fordern, die Sanierungsquote auf mindestens 2 Prozent pro Jahr zu steigern.

Um dies zu erreichen, sollten Sanierungsmaßnahmen auch steuerlich gefördert werden, bestehende Fördermaßnahmen zusammengelegt und vereinfacht sowie mit Klimaschutzplänen auf kommunaler Ebene Anreize für eine planvollere Sanierungspolitik geschaffen werden.

Altersvorsorge sichern, Immobilienwerte erhalten

Die eigene Immobilie wird für die Altersvorsorge immer wichtiger, auch weil das gesetzliche Rentenniveau stetig sinkt. Die Bundesregierung muss deshalb Eigentümer von Immobilien dabei unterstützen, den Wert ihrer Immobilie zu erhalten. Dies geschieht am günstigsten und nachhaltigsten durch Investitionen in die Gebäudehülle. Eine energieeffiziente Gebäudehülle senkt die laufenden Kosten einer Immobilie in doppelter Hinsicht: Das Gebäude verbraucht weniger Energie und eine gute Gebäudehülle muss seltener gewartet werden.

Wir setzen uns deshalb für die besondere steuerliche Förderung von Investitionen in die Gebäudehülle solcher Immobilien ein, die der Altersvorsorge dienen.

Hohe Standards einfach erreichen

Wir wollen hohe Gebäude-Standards so einfach wie möglich erreichen. Dabei stehen für uns der Wohnkomfort der Bewohner und ein niedriger Energieverbrauch im Mittelpunkt. Die Gebäudehülle kann beides mit geringem Einsatz von Technik leisten. Dafür müssen die einzelnen Komponenten der Gebäudehülle besser aufeinander abgestimmt werden. Wir setzen uns deshalb für mehr Forschungs-
aktivitäten besonders in den Bereichen Passiv- und Hybrid-Technik ein, um neue innovative Lösungen zu erarbeiten.

Städtische Identität stärken und Stadtklima verbessern

Eine Stadt wird durch die Gebäudeoberflächen geprägt. Die Potentiale der Oberflächen sind dabei aber noch längst nicht ausgeschöpft, denn die Gebäudehülle kann mehr als nur gut aussehen. Sie wird eine wichtige Rolle für Stadtklima, Versorgung mit Energie und Nahrung sowie städtische Identität spielen. Sogenannte Aktive Fassaden sparen nicht nur Energie, sondern absobieren schon heute Schall oder neutralisieren Schadstoffe. Wir wollen diese Möglichkeiten der Hülle aufzeigen und gemeinsam mit unseren Mitgliedern sowie Partnern aus Politik und Gesellschaft weiter entwickeln.

Aus- und Weiterbildung

Wir betrachten die Gebäudehülle als Gesamtsystem. Unser Ziel ist es deshalb, die Verzahnung der einzelnen Komponenten zu verbessern und dadurch die Qualität der Ausführung zu steigern.

Um dieses Ziel zu erreichen, ist auf der Planungsebene eine frühere und engere Zusammenarbeit

von Ingenieuren, Planern und Architekten notwendig. Das Idealbild ist die gemeinsame Arbeit an einem System. Wir unterstützen deshalb interdisziplinäre Ansätze und den Einsatz moderner Software wie beim Building Information Modelling.

Wir wollen zudem gemeinsam mit den Handwerkskammern die Ausbildung einzelner Gewerke stärker miteinander verknüpfen – von Fensterbauern über Zimmerer bis hin zu Maurern und Malern. Mit einem besseren Verständnis des jeweils anderen Gewerkes erhöht sich nicht nur die Qualität der Ausführung, sondern auch die Identifikation mit dem eigenen Beruf.

 

Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle

Bundesverband energieeffiziente Gebäudehülle