Gebäudesektor bei deutscher EU-Ratspräsidentschaft als Hebel für Klimaschutz und Wirtschaftswachstum nutzen

Bestandsgebäude sind EU-weit auf einem energetisch schlechten Niveau. Die Notwendigkeit einer Erhöhung der Sanierungsrate hat die EU bereits mit der Initiierung der „Renovation Wave“ erkannt. Nun gilt es, die „Renovierungswelle“ in den Arbeitsplan der deutschen EU-Ratspräsidentschaft zu integrieren. Denn der Gebäudesektor in Europa ist für rund 40 Prozent des Endenergieverbrauchs und 36 Prozent der Treibhausgasemissionen verantwortlich. 

Berlin, 01. Juli 2020

Die deutsche EU-Ratspräsidentschaft beginnt. Mitten in der weltweiten Corona-Pandemie sieht sich Europa mit vielen großen Herausforderungen konfrontiert.
 
Der wirtschaftliche Wiederaufbau Europas infolge der Pandemie wird viele Jahre in Anspruch nehmen. Zudem ist und bleibt der Klimaschutz eines der zentralen Themen unserer Zeit. Das geplante Recovery Programm der Europäischen Kommission muss daher auch im Sinne des Klimaschutzes genutzt werden, um in zukunftssichere Gebäude zu investieren.
 
Der Gebäudebestand, der für mehr als ein Drittel aller CO2-Emissionen in Europa verantwortlich ist, spielt beim Klimaschutz eine zentrale Rolle. Die umfassende energetische Modernisierung des Gebäudebestands ist der Schlüssel zur Erreichung der europäischen Klimaschutzziele für 2030 und 2050. Die Europäische Kommission hat die enorme Bedeutung bereits erkannt und folgerichtig mit der angekündigten „Renovierungswelle“ die notwendigen politischen und finanziellen Mittel bereitgestellt. Dies ist ein ideales Werkzeug, um Europa voranzubringen.
 
Jan Peter Hinrichs, Geschäftsführer des BuVEG, erklärt: „Energieeffiziente Häuser machen nicht nur unter ökologischen Gesichtspunkten Sinn – sie sind für alle ein Gewinn: Für die Bewohner und Nutzer, die weniger für Energie zahlen und gleichzeitig eine höhere Wohn- beziehungsweise Nutzungsqualität erhalten. Für die Umwelt, da der CO2-Fußabdruck massiv gesenkt wird und für den Eigentümer, da der Wert der Immobilie steigt. Ein signifikanter Mehrwert ergibt sich auch für die Wirtschaft und die öffentliche Hand, da Arbeitsplätze geschaffen und Steuereinnahmen generiert werden.“
 
Die EU-Ratspräsidentschaft bietet der deutschen Bundesregierung nicht nur die große Chance, den politischen und ökonomischen Weg aus der Coronakrise zu definieren. Deutschland kann konkret an der Ausrichtung des langfristigen Kurses der Europäischen Union mitwirken, um damit die Weichen für ein stabiles und starkes Europa zu stellen. Und dabei darf die energetische Modernisierung des Gebäudebestands im Ratspräsidentschaftsprogramm nicht fehlen.