Der Gebäudesektor verfehlt seit Jahren die gesteckten CO2-Einsparziele der Bundesregierung und ist für 30% der gesamten CO2-Emissionen in Deutschland verantwortlich. Gemäß der Leitstudie “Aufbruch Klimaneutralität” der Deutschen Energie-Agentur (dena) aus dem Jahr 2022 müssten jährlich 1,7 bis 1,9 Prozent der Wohngebäude energetisch saniert werden, damit der Gebäudebestand bis 2045 klimaneutral werden kann.
Zwei Drittel aller Wohngebäude befinden sich in den niedrigen Effizienzklassen D bis H und verbrauchen mehr als 100 kWh/qm im Jahr. Die Gebäude in den schlechtesten Klassen G und H sind für 50% des gesamten Energieverbrauchs des Gebäudesektors verantwortlich.
Die Steigerung der Sanierungstätigkeiten hat viele positive Auswirkungen für Immobilieneigentümer, Mieter und die deutsche Wirtschaft. Durch die vielfältige Wertschöpfung infolge energetischer Sanierungstätigkeiten enstehen beträchtliche Auswirkungen auf die Binnenwirtschaft und den Arbeitsmarkt. Immobilieneigentümer profitieren insbesondere davon, dass der Wert einer Immobilie mit verbesserter Gebäudehülle und damit Energieeffizienz gesteigert wird. Mieter werden unabhängiger von schwankenden Energiepreisen, müssen geringere Heizkosten aufbringen. Für alle Bewohner erhöht sich spürbar der Wohnkomfort.
Die Wärmewende der rund 19,5 Millionen Wohngebäude und zwei Millionen Nicht-Wohngebäude ist eine enorme Herausforderung: Der alleinige Fokus auf den sogenannten Fuel-Switch, die Elektrifizierung der Wärmeversorgung, muss aufgelöst werden. Notwendig ist ein Maßnahmen-Mix, der kostenoptimale Antworten liefert. So ist beispielsweise für den Ausbau der erneuerbaren Energien eine Reduzierung des Verbrauchs wichtig, um Netzkapazitäten aureichend zu berücksichtigen und Energiesicherheit zu gewährleisten.