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Bauministerkonferenz: Beschluss zur Abkehr von der Gebäudeeffizienz ist realitätsfern

Von 23. November 2021No Comments

Berlin, den 23.11.2021: Ein Verbän­de­bündnis hat sich gegen den Beschluss der Baumi­nis­ter­kon­fe­renz in Erfurt ausge­spro­chen, „die einsei­tige Ausrich­tung an der Gebäu­de­däm­mung aufzugeben”.

Dazu erklären der Bundes­ver­band ener­gie­ef­fi­zi­ente Gebäu­de­hülle BuVEG, das Deut­sche Ener­gie­be­ra­ter­netz­werk DEN, der Ener­gie­be­ra­ter­ver­band GIH, der Fach­ver­band Mine­ral­woll­e­indus­trie FMI, die Fach­ver­ei­ni­gung Extru­der­schaum fpx, der Indus­trie­ver­band Hart­schaum IVH und der Indus­trie­ver­band Poly­ure­than-Hart­schaum IVPU:

„Der Beschluss der Baumi­nister ist reali­täts­fern. Er wider­spricht sämt­li­chen Studien der Wissen­schaft, wie der Gebäu­de­be­stand klimafit wird. Der breite Konsens ist, dass die Senkung des Ener­gie­be­darfs um ca. 40% die Voraus­set­zung ist, um kosten­ef­fi­zient klima­neu­tral zu werden. Ange­sichts der verschär­fenden Klima­krise ist zudem eine schnelle Umset­zung gefragt.”

Dazu gehören die aktu­ellen Studien von Agora Energiewende/Stiftung Klima­neu­tra­lität, Deut­schen Ener­gie­agentur (dena), Ariadne-Report des Potsdam Insti­tuts für Klima­fol­gen­for­schung (PIK) und dem Bundes­ver­band Deut­sche Indus­trie (BDI), sowie die Lang­frist­sze­na­rien des Bundes­wirt­schafts­mi­nis­te­riums zur Dekar­bo­ni­sie­rung Deutschlands.”

Außerdem ergeben sich erheb­liche Wider­sprüche und Unklar­heiten aus dem Beschluss:

1. Erneu­er­baren Ener­gien sind begrenzt verfügbar, wie u.a. die Lang­frist­sze­na­rien des BMWi zeigen. Selbst­ver­ständ­lich ist der Ausbau weiterhin wünschens­wert und notwendig, gerade vor dem Hinter­grund einer weiter anstei­genden Nachfrage.

2. Die stei­genden Ener­gie­preise veran­schau­li­chen, dass die Gebäude sich davon endlich unab­hängig machen müssen. Wenn wir den Grund­satz Efficiency First jetzt aufgeben, werden übri­gens einige Teile der Gesell­schaft von Ener­gie­armut betroffen sein.

3. Die von der Baumi­nis­ter­kon­fe­renz vorge­schla­genen Quar­tiers­lö­sungen betreffen vor allem urbane Räume aber lassen ca. 20 Millionen Wohnungen in Ein- und Zwei­fa­mi­li­en­häuser komplett außen vor.

Wir plädieren für eine ganz­heit­liche Betrach­tung aller Kompo­nenten einer ener­gie­ef­fi­zi­enten Gebäu­de­hülle und ‑technik auf Basis von Erneu­er­baren Ener­gien. Es gibt keine „einsei­tige Ausrich­tung an der Gebäu­de­däm­mung”, so wie die Baumi­nister befinden.

Der Beschluss der Baumi­nis­ter­kon­fe­renz wird die Anstren­gungen zurück­werfen, die Einspar­ziele im Gebäu­de­be­stand zu errei­chen. Wir fordern daher die zukünf­tige Bundes­re­gie­rung auf, den Erkennt­nissen von Wissen­schaft und Praxis bei der Dekabo­ni­sie­rung des Gebäu­de­be­stands zu folgen

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Zum BuVEG:

Der BuVEG – Bundes­ver­band ener­gie­ef­fi­zi­ente Gebäu­de­hülle reprä­sen­tiert alle an der Gebäu­de­hülle betei­ligten Gewerke. Dazu gehören Hersteller von Steinen, Fens­tern, Türen, Fassaden, Putz­sys­temen und Dämmstoffen. 
Ein Schwer­punkt der Arbeit bildet die Klima­po­litik: Die effi­zi­ente Gebäu­de­hülle ist für das Errei­chen der Klima­schutz­ziele unab­dingbar und spielt ebenso beim Wert­er­halt einer Immo­bilie als auch für Komfort und Gesund­heit eine wich­tige Rolle.