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Neue Studie: Graue Energie von Dämmmaßnahmen in Ökobilanz vernachlässigbar

Von 15. September 2021No Comments

Berlin, den 15.09.2021: Die Experten des Forschungs­in­sti­tuts Wärme­schutz e.V. München (FIW) haben die benö­tigte Energie bzw. CO2-Emis­sionen für die Herstel­lung von Dämm­stoffen mit den ener­ge­ti­schen Einspa­rungen über die gesamte Lebens­dauer vergli­chen. Das Ergebnis der Studie „Graue Energie und Graue Emis­sionen von Dämm­stoffen im Vergleich zum Einspar­po­ten­tial“: Die Einspa­rungen sind immer größer, unab­hängig vom ener­ge­ti­schen Zustand des Bauteils vor und nach der Dämm­maß­nahme sowie vom Ener­gie­träger, welcher für die Behei­zung verwendet wird.

Graue Energie amor­ti­siert sich meist inner­halb weniger Monate

Die unter­suchten Dämm­stoffe sparen in ihrer Nutzungs­phase – in der Studie 40 Jahre, doch in der Praxis meist auch länger – ein Viel­fa­ches mehr an CO2 und Energie ein, als bei ihrer Herstel­lung emit­tiert bzw. benö­tigt wird. In der Regel amor­ti­sieren sich „Graue Energie“ und „Graue Emis­sionen“ inner­halb weniger Monate. Somit lässt sich ableiten, dass die Graue Energie der Dämmung bei den Moder­ni­sie­rungs­maß­nahmen und der Ökobi­lanz des Gebäudes vernach­läs­sigbar gering ist.

Dämmung ist aus gesamt­ener­ge­ti­scher Sicht immer ein Gewinn

Die ener­ge­ti­sche Moder­ni­sie­rung der Gebäu­de­hülle ist der wich­tigste Hebel, um die Klima­schutz­ziele im Gebäu­de­be­stand in Deutsch­land zu errei­chen: Sie redu­ziert effi­zient Wärme­ver­luste und damit den Ener­gie­ver­brauch und die Treib­haus­gas­emis­sionen während des gesamten Gebäu­de­le­bens. „Es ist ein ganz eindeu­tiges Ergebnis: Dämmen ist aus nach­hal­tiger und gesamt­ener­ge­ti­scher Sicht stets ein Gewinn. Ohne eine Verdopp­lung der Sanierungs­rate und die Ertüch­ti­gung der Gebäu­de­hüllen wird Deutsch­land sein Klima­ziel, bis 2045 treib­haus­gas­neu­tral zu sein, deut­lich verfehlen“, sagt der Geschäfts­führer des Bundes­ver­bandes ener­gie­ef­fi­zi­ente Gebäu­de­hülle e.V. (BuVEG) Jan-Peter Hinrichs.

Ökobi­lanz verbes­sert sich noch­mals mit dem Ausbau rege­ne­ra­tiver Energien

In Zukunft werden außerdem immer mehr rege­ne­ra­tive Ener­gie­quellen für die Behei­zung von Gebäuden genutzt. Diese Entwick­lung der Dekar­bo­ni­sie­rung der Ener­gie­ver­sor­gung wird sich auch positiv auf die Ökobi­lanz von Baupro­dukten wie beispiels­weise Dämm­stoff auswirken, da in der Produk­tion die Graue Energie und Graue Emis­sionen gesenkt werden. Der Leiter des FIW, Prof. Andreas Holm dazu: „Somit ist sogar zu erwarten, dass die durch Dämm­maß­nahmen erzielten Einspa­rungen noch größer sind.“

„Die neue Studie zeigt den rich­tigen Weg für die Politik in Rich­tung Klima­neu­tra­lität auf und liefert die wich­tige Erkenntnis, dass die Graue Energie von Dämm­stoffen vernach­läs­sigbar ist“, so Jan Peter Hinrichs abschließend.

 

Die Studie „Graue Energie und Graue Emis­sionen von Dämm­stoffen im Vergleich zum Einspar­po­ten­tial“ wurde vom Forschungs­in­stitut Wärme­schutz e.V. München im Auftrag erstellt von:

Bundes­ver­band ener­gie­ef­fi­zi­ente Gebäu­de­hülle e.V. (BuVEG)
FMI Fach­ver­band Mine­ral­woll­e­indus­trie e.V.
FPX Fach­ver­ei­ni­gung Extru­der­schaum­stoff e.V.
Indus­trie­ver­band Hart­schaum e.V. (IVH)
IVPU Indus­trie­ver­band Poly­ure­than-Hart­schaum e.V.

Die FIW-Experten haben in ihrer aktu­ellen Studie die etablierten Dämm­stoffe EPS, PUR, XPS und Mine­ral­wolle in ihre Berech­nungen einbezogen.

Klicken Sie hier für die Studie “Graue Energie und Graue Emis­sionen von Dämm­stoffen im Vergleich zum Einsparpotential”

 

Klicken Sie hier für eine Info­grafik zur Studie

Zum BuVEG:

Der BuVEG – Bundes­ver­band ener­gie­ef­fi­zi­ente Gebäu­de­hülle reprä­sen­tiert alle an der Gebäu­de­hülle betei­ligten Gewerke. Dazu gehören Hersteller von Steinen, Fens­tern, Türen, Fassaden, Putz­sys­temen und Dämmstoffen. 
Ein Schwer­punkt der Arbeit bildet die Klima­po­litik: Die effi­zi­ente Gebäu­de­hülle ist für das Errei­chen der Klima­schutz­ziele unab­dingbar und spielt ebenso beim Wert­er­halt einer Immo­bilie als auch für Komfort und Gesund­heit eine wich­tige Rolle.